10.05.2012

Der Herbsttag

Romantisches Fingerspiel

Am Anfang sollte es eine kleine Fingerübung für die rechte Hand werden – am Ende stand "Der Herbsttag". Diese "Etüde für klassische Gitarre" erinnert an bekannte Gitarrenklassiker wie "Spanische Romanze" (Fernando Sor) oder "Nothing Else Matters" (Metallica) und ist zugleich eine gute Vorbereitung für viele andere große Werke der Gitarrenmusik.

Das Hörbeispiel zeigt deutlich, dass dieses Lied auch langsam gespielt seinen charakteristischen Charme verbreiten kann: Obwohl "Der Herbsttag" sehr komplex klingt, eignet sich das Stück auch für Anfänger an der Zupf-Gitarre.


Am Anfang: Alles leicht!

Noten zur Etüde "Der Herbsttag"
Noten zu "Der Herbsttag"
Die ersten 8 Takte sind einfach gehalten und für Anfänger sehr gut geeignet. Bevor Du die Töne greifst, kannst Du Dich mit dem Picking auf Leersaiten warmspielen. Das Schema lautet P – I – M und bedeutet: P (=Daumen) -> E-Saite, i (=Zeigefinger) -> h-Saite und m (=Mittelfinger) -> hohe e-Saite.

Wiederhole das Schema, um den Ablauf zu trainieren: P-I-M – P-I-M – P-I-M. Wenn's "langweilig" wird, peppst Du die e-Saite mit einem Zeigefinger-Griff am VII.-Bund auf. Klappt das, schiebst Du den Finger beim nächsten Mal zum V. Bund – und der Anfang zu "Der Herbsttag" ist gemacht.

Dann heißt es: Gas geben!

Der zweite Teil des Stücks (Takt 9 bis 16) bleibt für die linke Hand fast gleich, nur ist jetzt das Tempo höher: Die viertel- und gebundene bzw. punktierte halbe Noten (z.B. Takt 7 und 8) sind jetzt durch flotte Achtel ersetzt und damit doppelt so schnell: P-I-M-I-M-I.

Seite 1 von 2
Noten und Tabulatur - Seite 1v2:
...alles noch ganz einfach
Achte beim Einstudieren der Sequenzen darauf, dass Du stets sauber spielst und Dich möglichst genau an die vorgegebenen Noten hältst. Gerade wenn ein Schema "simpel" erscheint, lohnt es sich, auf Details zu achten: Klingt jeder Ton sauber? Sind alle Töne gleich laut? Zupfen die Finger an den richtigen Stellen?... bitte: sei kritisch!

(Nicht ganz so) Fiese Akkorde

Ab Takt 17 bleibt das Picking gleich ("P-I-M-I-M"), aber die gezupften Saiten wechseln durch: Erst kommt die A-Saite für den Daumen (P) ins Spiel (Takt 17 und 18), ab Takt 21 wechselt die I-M-I-M-I-Kombination (Zeigefinger/Mittelfinger) auf die Saiten D und g, später g und h (Takt 22/23), und schließlich h und e (Takt 24 bzw. 26). Auch für dieses Zupf-Muster gilt: Erst mit Leersaiten üben, dann mit den Griffen kombinieren.

Auf den Fingersatz kommts an!

Leichtes Fingerpicking für klassische Gitarre
Seite 2v2: Hier sind die Akkorde
zusätzlich mit Griffbildern erklärt
Dabei hat auch die Greifhand mehr zu tun. Tipp: Präge Dir die Griffe als einzelne Akkorde ein! Sie lassen sich auch bei anderen Stücken (z.B. "Nothing Else Matters" oder "Spanische Romanze") gut verwenden. Knifflig ist vor allem der Übergang von Takt 20 zum gegriffenen F#7b5 (Takt 21). Beachte dabei den Fingersatz in Takt 20 möglichst genau: Der Ton am II. Bund wird mit dem 2. Finger, der am III. Bund mit dem IV. Finger gegriffen. So hast Du die Finger I, II und III rechtzeitig frei um den F#7b5 zu greifen.

Ähnlich penibel gehts beim folgenden H7-Griff (Takt 24 und 26) zu: Die Finger 1 und 2 greifen bei beiden Akkorden dasselbe – nur um eine Saite versetzt: II. Bund E- und D- wird zu II. Bund A- und g-Saite. Dann hast Du z.B. Ringfinger (3) und kleinen Finger (4) frei für die Verzierung in Takt 26..

Kommentare:

  1. Hey also ich find das Lied echt schön, aber ich hab eine Frage.. Wie machst du das mit dem Fingerpicking am anfang?

    MF

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab versucht, im Text die Antwort zu geben:
    "Das Zupfschema lautet P – I – M und bedeutet: P (=Daumen) -> E-Saite, i (=Zeigefinger) -> h-Saite und m (=Mittelfinger) -> hohe e-Saite."

    AntwortenLöschen