05.09.2012

Gitarrenbuch für Kinder

"Fridolin" lernt Gitarre spielen 

Es ist eines der beliebtesten Standardwerke im Gitarrenunterricht für Kinder: "Fridolin - eine Schüler für junge Gitarristen" von Hans Joachim Teschner. Noten lernen, erste Griffe lernen, grundsätzliche musikalische Zusammenhänge - der Fridolin hat's ganz schön in sich.

Das ist zugleich auch die Krux bei dieser eigentlich gelungenen Gitarrenschule: Fridolin will manchmal etwas zu viel. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht - schließlich spricht ein "am liebsten alles können und am liebsten sofort" aus jeder Gitarristenseele. Doch auch wenn Teschners Lehrbuch sehr viel vermittelt - es kann einen Lehrer nicht ersetzen. Im Gegenteil!

Kindgerechte Idee, liebevolle Umsetzung

Fridolin (ein Comic-Hase) und sein Kumpel Stoffel (Comic-Bär) lernen gemeinsam Gitarre spielen. Ein prima Plot, der zum Lesen, Verstehen und Ausmalen einlädt. Ideal für Kinder ab ca. 7 Jahren. Themen wie z.B. Instrumentenkunde, Notenschrift oder einfache Rhythmen werden zu Beginn entsprechend eingängig, liebevoll illustriert und sachlich richtig erklärt - sehr kindgerecht das Ganze.
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Am besten finde ich dabei, dass sich Teschner die Mühe gemacht hat, zu vielen Übungsstücken Texte zu dichten. Leider nicht zu allen Liedern - was den Gruppenunterricht mit dem "Fridolin" etwas belastet. Dabei ist "Fridolin" eigentlich ganz gut für den Einsatz in Gruppen geeignet. Schon nach wenigen Einheiten ist eine zweite Stimme (auf selbem Leistungsstand wie die erste) ohne Ausnahme mitnotiert.
 

Teil 1 ist eine runde Sache

Das macht "Fridolin - Band 1" im ersten Teil zu einer runden Sache. Der Schwierigkeitsgrad steigt kontinuierlich (nie sprunghaft) von der ersten Note bis zu Vorzeichen, Tonarten und einfacher Harmonielehre. Auch dass im tieferen Buch-Verlauf die "Geschichte" von "Fridolin und Stoffel" quasi sang- und klanglos abflaut, stört nicht, weil sich die Schüler im selben Maße in den "Stoff" vertiefen können.

Doch, wie anfangs erwähnt, droht Fridolin vor lauter Eifer auch ganz gerne mal über seine eigenen (Hasen-)Füße zu stolpern. Etwa wenn gleichzeitig neue Töne und Notationssymbole (wie z.B. Pausenzeichen) eingeführt werden und die entsprechenden Stücke mehr "lehrhaft" denn "musikalisch" sind. Richtig schwierig wirds im zweiten Teil, wenn das mehrstimmige Spiel auf der Gitarre eingeführt wird. Hier steigt der Schwierigkeitsgrad sprunghaft an, die Stücke wiederholen sich (aus dem ersten Teil) und sind manchmal auch arg fantasielos arrangiert. Spätestens hier sollten alternative Werke hinzugezogen werden. 
 

In Teil 3 stolpert der Hase

Das macht den ominösen "Dritten Teil" vom Fridolin nahezu obsolet. Da "hoppelt der Hase" auf mickrigen 8 (!) Seiten eher ungestüm durch Themen wie "Freier Anschlag", "vierstimmige Akkorde" (3-Klänge werden jedoch im Buch nicht erklärt) und "Moll-Akkorde" (ein Kapitel "Dur-Akkorde" gibt es nicht)... spätestens hier hinterlässt das Buch mehr Fragen als Antworten. 

Fazit: Prima - fast bis zum Schluss

"Fridolin" ist eine prima Gitarrenschule für Kinder. Mitsingen, Noten lernen, musizieren - das bringt der Hoppelhase souverän. Wenns dagegen ans Eingemachte geht, knickt Meister Lampe ein. Bis dahin können aber (in Begleitung eines Lehrers) locker eineinhalb bis zwei (Schul-)Jahre vergehen; in dieser Zeit hat jeder "junge Gitarrist" zwischen 7 und 13 Jahren das nötige Rüstzeug gezeigt bekommen, um sich mit weiteren Themen genauer zu beschäftigen.

Alternative Bücher:

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