02.03.2013

Songs für jede Session

Drei für alle Fälle!

Jam-Sessions sind Schmelztiegel für Musiker: Bühne, Kontaktbörse, Ideenschmiede - großer Spaß. Die große Herausforderung ist, dass Musiker ungeprobt gemeinsam Songs spielen. Da hilft es, sich ein kleines Repertoire an Stücken zurecht zu legen.

Wer viele Jam-Sessions besucht, hört deshalb auch immer wieder gleiche Songs. Zeitlose Klassiker, die trotz aller Einfachheit viel Platz für freie Entfaltung bieten und selbst Anfänger schnell gut aussehen lassen. Allen voran geht's eigentlich nur um 3 Songs - und die sollte wirklich jeder Gitarrist kennen!

 

Mustang Sally

Mack Rice hat diesen Rhythm&Blues-Song 1965 geschrieben - und doch fehlt dieser Tune auf kaum einer Session. Text und Melodie sind eingängig und einfach zu singen, die Begleitakkorde entsprechen dem Blues-Schema in Dur und das Tempo ist mit "Medium Rock" zwischen 100 und 120 Bpm in der absoluten Wohlfühlzone zu Hause.

Fakten/Ideen:

  • Meistens als Blues in C gespielt. Das Schema dreht sich also um die Akkorde C / F / G.
  • Viele Gitarristen fangen ihr Solo in der C-Moll-Pentatonik an - cooler klingt die C-Dur-Pentatonik (Fingersatz entspricht der A-Moll-Pentatonik).
  • Richtig funky klingt die mixolydische Skala (z.B. F-Dur-Tonleiter über den C-Dur-Akkord).

 

Ain't no sunshine

Der Song ist die reinste Wundertüte. Ursprünglich hat Bill Withers die Nummer 1971 als spartanische Akustik-Ballade gesungen. Doch die Akkordfolge - nah am Blues-Schema - der simple Text (der sich laufend wiederholt) und die charakteristische Pause in der Mitte ("i know, i know, i know...") lassen jede Menge Freiraum für Experimente.

Fakten/Ideen:

  • Üblicherweise in A-Moll gespielt.
  • Eigentlich besteht der Song aus vier Akkorden: Em, G, Am und Dm - aber Du kannst ihn auch mit nur drei Akkorden spielen: Am - Em - Dm.
  • Für Solos kannst Du hier immer solide die A-Moll-Pentatonik verwenden; auch E-Moll klingt gut.
  • Für den besonderen Sound lohnt sich A-Dorisch (= G-Dur-Tonleiter). Dabei wird der Grundakkord Am als 2. Stufe (=dorisch) von G-Dur interpretiert. 
  • Probiert den Song mal in anderen Stilrichtungen aus: Reggae, Rock, Swing, Latin ...

 

Cantaloupe Island

Auch wieder so ein 3-Akkorde Ding. Allerdings hat Herbie Hancock bei "Cantaloupe Island" einen genialen Kniff eingebracht: Nach Fm folgt als zweiter Akkord ein Db7 - und der öffnet die Nummer in Richtung Fusion-Jazz und modales Spiel. Dabei gilt auch hier wieder: Thema, Begleitung und Solospiel  können sogar Anfänger schnell mitspielen.
 
Fakten/Ideen:
  • Häufigste Tonart: F-Moll.
  • Das Thema ist zwar nah am Blues-Schema - doch Vorsicht: der letzte Takt F-Moll und der erste Takt werden gern verwechselt. Mein Tipp: oft und genau anhören bzw. nachspielen!
  • Schon mit der einfachen F-Moll-Pentatonik (=Äolisch) klingst Du eigentlich immer prima.
  • Die langen Passagen auf den einzelnen Akkorden sind eine Einladung für modales Spiel.
  • "Cantaloupe..." verträgt sogar Harakiri-Jazz: spiel einfach was Du willst - hauptsache Du landest zur richtigen Zeit wieder bei den richtigen Tönen (wie z.B.: Grundton, Terz, Non...).

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