15.07.2013

Gitarrenbuch mit schönen Pop-Songs

"Acoustic Pop Guitar 1"

Ich habe hier bereits verschiedene Bücher von Michael Langer vorgestellt. Jetzt widme ich mich dem Gitarrenbuch "Acoustic Pop-Guitar 1" – ein sehr schönes Lehrwerk für Anfänger und Einsteiger.

Gitarrenbuch mit vielen Pop-Songs:
Bei Acoustic Pop-Guitar gehts auch ohne Noten ans Eingemachte

Das Beste an diesem Buch: Langer formuliert von Kapitel zu Kapitel ganz konkret neue Ziele, auf die Du sehr ehrgeizig hingeführt wirst. Einen Haken hat die Sache allerdings: Das Tempo ist hoch!

  • Gitarren-Anfänger-Buch mit vielen Pop-Songs

  • Kommt weitgehend ohne Noten aus

  • Vorsicht: Hohes Lerntempo!

Du solltest fleißig sein

Um es vorweg zu nehmen: "Acoustic Pop-Guitar 1" ist kein Gitarrenbuch für Kinder – und gottseidank auch kein Buch für Puristen. Hier geht es ums Gitarre spielen, ums Musik machen, darum, sich den Weg zu bahnen!

Obwohl das Tempo recht hoch ist – auf nahezu jeder neuen Seite stehen neue Griffe und Spieltechniken – ist das Lern-Konzept sehr clever durchdacht. Erst kommen einfache Akkorde mit 1, 2 oder 3 Fingern zu greifen. Seite um Seite steigert sich schließlich der Anspruch. Dabei legt Langer vom ersten Stück an Wert drauf, sowohl Strumming (also das Saiten/Akkorde-Anschlagen) als auch das Picking (=Zupfen der Saiten) zu trainieren. Selbst kleine Solo-Einlagen und Melodie-Passagen werden dargestellt.

Trotzdem gilt: Langsam bleiben!

Zwar ist alles mit Skizzen und prägnanten Texten gut erklärt, doch das hohe Tempo täuscht oft: Wann immer Du eine Stelle nicht gut spielen kannst oder nicht verstehst, solltest Du (meiner Unterrichtserfahrung nach) die besagte Stelle mehrmals bearbeiten bzw. laut lesen - und vor allem langsam (!) lesen, damit sich die ganzen Tricks, die Langer hier vorstellt, entfalten.

Das ist alles sehr bequem... und wiegt Gitarrenlehrer in trügerische Sicherheit: "Das Buch macht den Job" – aber das stimmt nicht! Denn neben den im Cover erwähnten Pop-Standards wie z.B. "Love is all around", "Stand by me" oder "No woman no cry" sind immer wieder Doppelseiten mit der Überschrifft "weitere Übungsstücke" eingestreut. Diese Songs ergänzen das Pop-Guitar-Book fast schon zu einem Songbook, sind aber auch dazu geeignet, bereits gelernte Fähigkeiten nochmal zu wiederholen und zu vertiefen. 

Das zwingt gleichzeitig einen Lehrer/Dozenten, auch mal genauer hinzusehen und vom (leider sehr verbreiteten) Schema "Kapitel 1, 2, 3 u.s.w" abzuweichen. Falls ihr also mit diesem Buch arbeitet, nagelt Euren Lehrer auf genau diese Stellen fest!


Noten bleiben auf der Strecke

Und so trumpft "Acoustic Pop-Guitar 1" mit allerlei schönen Features auf: breites Repertoire, gute Erklärungen und Skizzen, umfangreiche und gut produzierte CD – allerdings bleibt eine Sache auf der Strecke: Notenlesen findet in diesem Buch nicht statt.

Partituren der Stücke sind zwar abgedruckt, sodass kleine Ensembles (z.B. Gitarre +Klavier, +Gesang, +Flöte) die Lieder einstudieren können. Doch Notenlesen lernen, Harmonielehre und/oder Grundverständnis der Musiktheorie finden in diesem Buch lediglich als Theorie-Teil im Anhang statt.

Fazit:

Wer Gitarre spielen möchte, mit allen wesentlichen Griff- und Schlag-Techniken umgehen möchte, ist mit "Acoustic Pop-Guitar 1" sehr gut beraten. Das Buch eignet sich sowohl für den (Gruppen-)Unterricht als auch sehr gut zum Selbststudium und hat das Zeug zum Standardwerk in dieser Kategorie.

Die musikalische Grundbildung kommt dabei jedoch zu kurz. Weder Notenlesen noch Harmonielehre stehen auf dem Programm – wer sich über das bloße Zupfen-und-Greifen hinaus mit dem Thema "Musik" beschäftigen möchte, sollte sich noch noch alternative Gitarrenbücher ansehen.

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