09.01.2014

A-Blues Schluss-Lick

Chromatisch in jede Richtung


Mancher Blues-Song, da sind sich weltweit alle Experten einig, könnte ewig dauern! Doch auch das schönste Stück der Blues-Gitarre hat einmal ein Ende – und dann kommen häufig ganz charakteristische Melodien zum Einsatz.

In diesem Text erkläre ich zwei typische Schluss-Wendungen für Blues-Stücke. Die beiden Licks kommen allerdings auch immer wieder in Rock'n'Roll-Songs, im Jazz und auch im Be-Bop zum Einsatz. Sie sind so omnipräsent – man müsste sie glatt gleichzeitig spielen können. Und das geht auch!


Erst mal aufwärts

Beim ersten typischen Blues-Schluss-Lick geht’s aufwärts. Als Tonart habe ich A-Dur gewählt. Eine bei Gitarristen häufig eingesetzte Tonart (nicht zuletzt wegen der schönen Open-Strings-Licks). So startet diese kleine Blues-Gitarrenmelodie auch beim Grundton „a“ am 7. Bund der D-Saite.
Blues Lick für E-Gitarre
Doppelt hält besser!
Zwei coole Schluss-Licks für Blues-Gitarre.


Danach geht’s Ton für Ton nach oben: Erst mit dem Zeigefinger zur großen Terz (cis) am 6. Bund g-Saite, dann chromatisch – also Halbton für Halbton, Bund für Bund – nach oben zum 9. Bund der g-Saite (e = Quinte). Dabei wird jeder Finger einzeln nacheinander auf die Saite gelegt: erst der 1. Finger, dann der 2. u.s.w. bis schließlich am 9. Bund der kleine Finger liegt.

Halbton für Halbton – Finger für Finger

Eine ähnliche Chromatik findet auch im zweiten Lick statt. Allerdings geht’s hier nicht auf- sondern abwärts der Gitarrensaite. Auch hier ist der erste Ton der Grundton „a“, diesmal am 10. Bund der h-Saite. Ab dem nächsten Ton, „g“ am 8. Bund der h-Saite, geht’s wieder halbtonschrittweise entlang der h-Saite nach unten bis zum 5. Bund.

Dieses Lick kannst Du mit verschiedenen Fingersätzen spielen; meine bervorzugte Spielweise wäre 3. Finger am 10. Bund h-Saite und danach mit dem Zeigefinger weiter. 

Aus zwei mach eins!

Blues Lick mit Double-Stops
Double-Stops: Teamwork zwischen den Saiten!
Ein zweistimmiges Blues-Schluss-Lick.
Ein besonderer Kniff wäre, die beiden Licks in einem zusammen zu fassen. Dabei entstehen Double-Stops – also zwei Töne auf einmal, die auf zwei nahe beieinander liegenden Saiten gegriffen werden. Der Fingersatz ist dabei der entscheidende Trick, denn beide Melodien gleichzeitig zu spielen, lässt nicht viel Platz für flapsige Griffe.

In meinem Beispiel übernimmt am besten der Zeigefinger der Greifhand die Führung: 7. und D-Saite sowie 6. Bund und 7. Bund g-Saite. Gleichzeitig spielen die Finger 4, 3 und 2 (kleiner, Ring- und Mittelfinger) die Töne am 10., 8. und 7. Bund der h-Saite.
Dann tauschen die Finger die Positionen: der 3. Finger ist auf der g-Saite am 8. Bund und der 1. Finger auf der h-Saite am 6. Bund. Der Rest müsste intuitiv klappen, wie z.B. die Double-Stops am Ende (8./9. und 7./8. Bund), die wohl am einfachsten mit dem 1. und 2. Finger gegriffen und gerutscht werden.

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