05.08.2014

4 Chords Songs Akkorde für Gitarre

Das Hit-Rezept

In einem früheren Text habe ich einmal behauptet, Gitarristen bräuchten nur drei Akkorde um einen Hit zu schreiben. Das ist Quatsch! Es gehen auch vier...

Das ist sogar ausgesprochen häufig der Fall, wie die US-amerikanische Comedy-Band "Axis of Awesome" mit ihrem "4 Chords-Song" eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. In diesem Text erkläre ich Dir das "Hit-Rezept", welche Akkorde dahinter stecken und wie man sie in den meisten gängigen Pop-Tonarten einfach spielen kann.


Die ultimative Antwort

Natürlich könnte ich jetzt einfach schreiben: Die vier magischen Akkorde zum Hitrezept lauten C – G – Am - F. Doch das wäre nur die halbe Wahrheit. Denn je nach Tonart und Gesangshöhe variieren natürlich die nötigen Griffe. Was aber nicht variiert ist deren Bezug zueinander.
Die Akkorde C G Am und F mit Griffbildern
Der 4-Chords-Song in C: C - G - Am - F
Werden die eben genannten Akkorde nämlich in ihre funktionalen Stufen "umgetauft", kannst Du sie beliebig austauschen. Am Beispiel C geht das so:
  • C = I. Stufe -> dann ist G = V. Stufe (C-d-e-f-G = 1-2-3-4-5)
  • Demnach sind Am = VI. Stufe und F = IV. Stufe

Also lautet die Hit-Akkordfolge in Stufen übersetzt:
I – V – VI(m) – IV

Mit diesem Wissen kannst Du also jetzt Deinen Hit in Deiner Tonart schreiben. Zum Beispiel lautet dann die Akkordfolge in G-Dur: G – D – Em – C. In F-Dur wär dein Hitrezept F – C – Dm – Bb. Eine Menge Pop-Klassiker folgen diesem Schema, wie z.B. "No Woman no cry" von Bob Marley, "Country Roads" von John Denver oder auch "So Lonley" von Police, aber auch jüngere Pop-Songs wie "Ai Se Eu Te Pego (Nossa)" von Michel Teló... die Liste ließe sich lange fortführen.

 

Und es sind eigentlich doch nur 3!

Die Dur-Moll-Verwandtschaft wird im Griffbild deutlich
C und Am im Vergleich:
deutlische Verwandtschaft
Streng genommen stecken auch hinter diesen vier Akkorden "nur" drei Basis-Griffe: I, IV und V alias Tonika, Subdominante und Dominante. Denn die VI. Stufe ist als Moll-Akkord die sogenannte Moll-Parallele der Tonika (= I. Stufe), also der "traurig klingende Verwandte" zum Grundakkord. Berücksichtigt man diese "Verwandtschaft" liegt der Akkord-Folge C-G-Am-F ursprünglich die Folge C-G-C-F zugrunde.

Das ist offensichtlich ganz nah am Blues-Schema. Dieses fußt auf der Stufen-Folge I-IV-I-V – das Pop-Rezept auf I-V-I-IV.

 

Verwandtschaftliche Verhältnisse

Beim Verhältnis C-Dur/Am wird das schon im Griffbild deutlich: der 1. und 2. Finger liegen bei beiden Akkorden an derselben Stelle. Eigentlich ändert sich nur der Grundton vom gegriffenen C auf der A-Saite zur Leersaite A (das ergäbe dann einen Am7-Akkord); der 3. Finger wandert beim A-Moll zum 2. Bund der G-Saite. So sieht enge Verwandtschaft auf dem Griffbrett aus.

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