08.11.2016

Wechselschlag-Technik gezielt üben

Solomelodie zum Warmspielen

Wechselschlag ist beim E-Gitarrenspiel eine enorm wichtige Spieltechnik. Das konsequente Auf- und Ab-Schlagen mit dem Plektrum beim Melodiespiel sollte in Fleisch und Blut übergehen.


Da lohnt es sich, die Wechselschlag-Technik auch ins Warm-Up-Spiel und in kleine Übungen einzubauen. Die Rock-Etüde „Gimme the Punch“ ist so eine Warmspielmöglichkeit – und ein schönes Musikstück zugleich. Sowohl die Sologitarre als auch die Rhythmusbegleitung und die Akkorde haben bei diesem Stück ihren Reiz.

Leichter Fingersatz in der Melodie

Die prominenteste Rolle bei dieser Rock-Etüde für den Wechselschlag hat sicherlich die Melodiegitarre inne. Die Idee basiert auf einem Pendel in der Greifhand zwischen gegriffenem Ton und leerer hoher E-Saite. Ein Trick, den ich auch schon bei dieser Wechselschlag-Übung in A-Moll angewandt habe.
Wechselschlag-Übung in E-Dur:
Rockiger Klang trotz einfacher Melodie


Die Übung in E-Dur ist noch ein wenig einfacher zu spielen, da hier die Melodiestimme immer dieselbe Bewegung vollzieht: 1. Finger, 2. Finger, 4. Finger, 2. Finger – das ganz in Bünden: 4. Bund, 5. Bund, 7. Bund und 5. Bund. Alle gegriffenen Töne werden dabei mit einem Abschlag gespielt.

Wenn die Grundfigur in den Fingern sitzt, wird zwischen jeden gegriffenen Ton eine offene E-Saite gespielt. Das Thema lautet ja „Wechselschlag“; entsprechend spielst Du die Leersaite jeweils mit einem Aufschlag. So entsteht das Schema: 
Griff = Abschlag, Leer = Aufschlag

Schneller geht’s mit Legato-Technik

Legato-Technik statt Wechselschlag:
Mit Pull-Off zum hohen Solo-Tempo
Neben der konsequenten Ab-/Auf-Bewegung mit dem Plektrum wird hier auch die Synchronisation zwischen Greif- und Schlaghand trainiert. Das fällt vor allem dann auf, wenn die Schlaghand mal das Tempo erhöht. Oft kommt dann die Greifhand mit dem Loslassen und Zupacken plötzlich nicht mehr hinterher.

Abhilfe bringt hier der Trick mit der Legato-Technik: Dabei wird die Leersaite dadurch angespielt, indem Du die gegriffenen Töne von der Saite abziehst. „Pull-Off“ wird diese Technik auch genannt. Dabei wird jeweils nur der gegriffene Ton angeschlagen und die Leersaite wird durch das Pull-Off „legato“ gespielt. So entsteht das Schema:
Griff = Abschlag, Pull-Off = Leersaite

Rhythmusgitarre mal leicht, mal schwer

Schöne Akkorde sorgen für Klangfarbe:
Mit offenen Leersaiten greift sichs leichter
Die Rhythmusbegleitung kann dabei sowohl ganz einfach mit Powerchords gespielt werden als auch mit Akkorden über alle 6 Saiten. Die Akkorde geben dem Song eine gewisse Tiefe – schließlich ist die Melodie ja recht einfach gehalten. Die eigentliche Klangvielfalt liegt also diesmal beim Rhythmusgitarristen – und der greift hier tief in die Trickkiste.

Bis auch den G#-Moll-Akkord im 3. Takt sind nämlich alle Griffe mit leerer e- und b-Saite (also e- und h-Saite) zu spielen. Das macht das Greifen der Dur-Akkorde E-, F#, A und B einerseits leichter, weil immer derselbe Griff das Griffbrett entlang geschoben werden kann. Andererseits darf der Zeigefinger auch nicht die Leersaiten berühren, sodass sie schön offen schwingen können.

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